============================================= DER KNAUSERER die 1. Online-Zeitung fuer Sparsame ============================================= Ausgabe 03/2009 Knauserer-Homepage: http://www.derknauserer.at Link: http://www.derknauserer.at/kn/knauserer%2003_2009.txt ----------------------------------------------------------------------- Inhaltsverzeichnis: * Der Reiz des Mangels - oder warum Knausern einfach animierend ist * Christels Welt: Schenk mir ein Wort! * Buchtipp - Mit nICHts zum Erfolg - Viktor W. Ziegler * Projekt 2009: RETOs Überlegungen zum Thema "handwerkliche Fähigkeiten" * KOHL/KRAUT - neu entdeckt * Der Stromausfall von mehreren Tagen (keine Panik - sagt Fritz F.) * Mit kleinen Tipps viel sparen ----------------------------------------------------------------------- In eigener Sache: Ich suche wieder mal dringend helfende Hände. Links korrigieren, Hilfe bei Technik, inhaltlich beim Knauserer, für Public Relations - wozu man halt gerade Lust hat und soviel Zeit man halt gerade investieren kann. Ich bitte euch auch, wenn ihr mir Feedback schreibt, über das ich mich immer freue (über das negative wie über das positive), dann schreibt einen griffigen Betreff, bei dem ich sofort erkenne, dass es ein Feedback oder eine REaktion auf den Knauserer ist. Die Spamflut ist momentan unerträglich und leider viel in deutsch. Ach ja und noch was. Im Forum gibt es jetzt eine "Knausererlandkarte", bei der sich jeder (Voraussetzung ist eine simple Anmeldung beim Forum und die Pflege der STammdaten PLZ und Land) eintragen kann und dann wird auf seinem Heimatort ein Fähnchen gesetzt. So sieht man, wo überall "Knauserer" wohnen - ein nettes Gimmick, das aber vielleicht zu viel mehr führen kann!!!! Landkarte: http://einfach-leben.freeky.at/usermap.php Thread dazu: http://einfach-leben.freeky.at/read.php?15,10580 Ach ja und vergeßt nicht die wieder sehr lesenswerten Leserbriefe am Ende der Newsletter! ----------------------------------------------------------------------- * Der Reiz des Mangels - oder warum Knausern einfach animierend ist (wieder mal ein paar furchtbar ungeordnete Gedanken von mir) Ganz spontan möchte man meinen, dass es für uns Menschen schlichtweg Glück bedeuten müßte, wenn man einen Mangel behebt. Das Konzept unserer Konsumgesellschaft ist dementsprechend Mangel zu finden und sie zu befriedigen. Oder sollte man statt finden generieren sagen? Was ist nun ein Mangel? Mangel bemisst sich am Bedarf und den Bedürfnissen eines Individuums, für das die Mittel der Bedürfnisbefriedigung fehlen. Und hier haben wir sie schon die Variable Bedürfnis ... Ich kann also selber willentlich auf meine Mängel (soferne es sich nicht um elementare lebenswichtige handelt), indem ich meine Bedürfnisse über- denke. (Im folgenden rede ich bei Mangel von verzichtbaren Dingen, ohne die wir nur scheinbar nicht mehr leben können.) Tritt man nun mit einer Lebensart wie der unseren an, die immer wieder fordert, sich künstlich einen Mangel zu schaffen (kein Auto, kein Handy, kein Fernseher, keine Zeitung ...), dann steht man oft vor dem Problem, dass es nicht Sparsamen einfach nicht näherzubringen ist, was am knausern denn so reizvoll sein sollte. Warum sollte ich auf mein Handy verzichten, warum auf das Auto? Wenn man sich alles zu allem Überfluss vielleicht sogar noch leisten könnte. Die Kunst des Knauserns liegt nämlich genau in der dosierten und will- kürlichen Erzeugung eines Mangels. Was ich damit meine, läßt sich am besten mit Lebkuchen oder Vanillekipferl erklären? Stellt euch vor es ist anfang Dezember. Der Duft von frisch Gebackenem durchweht die Räume. Ein gutes Gefühl stellt sich ein. Und nun stellt euch vor, es gibt jede Woche Vanillekipferl oder Lebkuchen, Spekulatius oder Linzer Augen ... Ja genau und das ist das Leiden, an dem unsere Gesellschaft krankt. Wir haben alles, immer, überall ... das Gefühl des Seltenen, des Exquisiten stellt sich nicht mehr ein. Aber laßt mich nochmal ausholen: Eigentlich verlangt der Lebensstil des Knauserers eine Umkehrung dessen, was die Werbung von uns will. Die Werbung sucht (mit gefinkelten Tricks) in uns künstlichen Mangel zu erzeugen, der in uns ein Bedürfnis weckt. Diese Aufdoktrinierung von außen führt zu der wohlbekannten Unzufriedenheit, eines dauernden Haben-Wollens. Der Knauserer hingegen erzeugt für sich willentlich einen Mangel, der dann analysiert werden kann, ob das Bedürfnis weiterhin besteht. Diese Entwicklung von innen führt zu Ausgeglichenheit und Selbstbewußtsein. In der Praxis weiß man schon voher, wo man sich einschränken kann, ohne dass die eigene Lebensqualität leidet. Aber alleine dem Mangel etwas Positives zuzuschreiben, ist ein unerhörter Tabubruch. Wie kommt man dazu auf etwas zu verzichten, wo doch alles kaufbar, machbar ist? Ein Mangel fordert Opfer. Ein Mangel, der durch höhere Gewalt oder andere Menschen herrührt, wird von uns ein schmerzendes Opfer abverlangen. Was aber wenn ich dieses Opfer selber bewerten + aussuchen darf. Bsp. Handy - ist für mich die geringere Erreichbarkeit ein Opfer, oder ist es ein Segen? Das Ziel des Knauserers muss es sein, Mangel zu erzeugen, ohne Entbehrung zu leiden. Es geht um den Genuß des Seltenen, wo wir wieder beim Lebkuchen wären..... Ich kann es aus eigener Erfahrung nur unterstreichen, wie reizvoll es sein kann, mit Mangelzuständen herzumzuexperimentieren. Mal aufs Fernsehen, mal aufs Handy, mal aufs Auto etc. zu verzichten. Oft bin ich durch dieses Herantasten an die scheinbaren Grenzen draufgekommen, wie oft wir das Fehlen von Einrichtungen als Mangel definieren und dabei eigentlich doch nur Überflüssiges in den Status eines grundlegendes Bedürfnisses erheben. Allerdings sind das keine bequemen Experimente (wo wir wieder bei dem faszinierende Schlusswort von Inges Leserbrief wären) .... Wie gesagt, der Artikel ist ein gedanklicher Funkenflug und in dessen Eigenart nicht besonders geordnet. Vielleicht regt er aber trotzdem dran. Vielleicht zum Diskutieren: http://einfach-leben.freeky.at/read.php?6,10746 ----------------------------------------------------------------------- * Christels Welt: Schenk mir ein Wort! Geburtstagsgeschenke können teuer sein oder müssen nicht viel kosten (siehe zB Knauserer 06/08), oder sie CHRISTELN, dh sie kosten gar nichts außer etwas Kreativität, zeichnen sich dafür aber durch einen hohen persön- lichen Wert aus: Eigentlich haben wir eh schon alles. Aus dieser Erkenntis heraus, wünschte ich mir zum Geburtstag von jedem ein bisher noch nicht erfundenes Wort. Schluchz! Was sonst nichts???? Geschrieben auf ein din a 5 Papier, das ich dann in einem Ringbuch einhängte. Witzigerweise kamen super Sachen dabei raus, die irgendwie mit mir zu tun hatten Alle haben sich viel Mühe gemacht. Zum Beispiel hat an Weihnachten die ganze Dynastie gekotzt und hing rum. Aber wir feierten "KOTZDEM" Weihnachten!!!! Das Wort kommt dann unter K Wie aber so ein Blatteintrag schlussendlich ausgesehen hat, zeige ich euch anhand etwas Schönem, das mein jüngerer Sohn erfunden hat, nämlich ... (ein Laster, das so gar nichts mit Sparsamkeit zu tun hat) ////////////////////////////// gschnirgeln (Deutsch ) *Verb* *Zeitform* *Person* *Wortform* *Präsens* ich gschnirgel du gschnirgelst er, sie, es gschnirgelt *Präteritum* ich gschnirgelte *Partizip II* gegschnirgelt *Konjunktiv II *Imperativ* Singular gschnirgel Plural geschnirgelt *Hilfsverb* haben Alle weiteren Formen: gschnirgeln (Konjugation) *Silbentrennung:* gschnir-gelt, gschnir-gel-te *Bedeutungen:* [1] etwas/jemand gegen seinen Willen verweihnachtlichen [2] etwas/jemand vergeweihnachtlichen *Herkunft: *Erinnerungen an meine Jugend *Beispiele:* [1] I hob den Hund gschnirgelt. (Ich habe das Fell des Hundes gegen den Strich gebürstet, um Lametta zu verweben und eine Christbaumkerze anzuklipsen.) [2] Mein Zimmer werd net gschnirgelt. (Mein Zimmer ist und bleibt Weihnachtsfreie Zone.) //////////////////////////// Jedenfalls ist es für mich und meine Familie immer wieder lustig, das Ringbuch hervorzukramen und die Worterfindungen vorzulesen ... Christels Welt: http://www.derknauserer.at/unterlagen/christel.php ----------------------------------------------------------------------- * Buchtipp - Mit nICHts zum Erfolg - Viktor W. Ziegler Meist stelle ich ja Bücher vor, nachdem ich sie durchgearbeitet habe und als interessant für den Knauserer klassifiert habe. Diesmal ist es anders: Das BUch Mit nICHts zum Erfolg von Viktor W. Ziegler ist ein absolutes Novum, denn der Autor hat in seinem jüngst veröffentlich- ten Werk "Den Knauserer" zitiert. Als Belohnung für soviel Mut veröffent- liche ich hier gerne den Pressetext (ein kleiner Ausflug in die Er- forschung des menschlichen Willens): Eine Menschheit ohne Verantwortung und freiem Willen? Terroristen , Mörder, Kindesschänder, Doping-Sünder und Banken-Bank- rotteure ...alle unschuldig? Welt-Wirtschaftskrise und Klimawandel – sind wir nur Opfer nie Täter? Wenngleich die Professoren Roth und Singer es anders behaupten und Pseudo- wissenschaftliche „Bestseller-Autoren“ als Trittbrettfahrer wie das Schweizer Ehepaar Egli (LOLAPrinzip) ins gleiche „Horn“ stoßen...wir Menschen haben einen freien Willen . Wenn auch nicht für alle – mangels eigenem, unverstandenem Willen - erkennbar. Und wir Menschen tragen auch die Verantwortung für das, was wir denken, reden und tun. Oder NICHT-tun! In unserer Welt gibt es keine unschuldigen Terroristen, Mörder oder Kinder- schänder. Da gibt es auch Täter! Nicht nur in Bezug auf die Welt-Wirtschafts- krise und den bedrohlichen Klimawandel. Auch wenn die beiden bekannten Wissenschafter es anders behaupten und nichts anderes tun, als wissenschaftliche Entdeckungen seriöser Forscher wie die Professoren Kornhuber und Deecke, die Entdecker des sogenannten „Bereitschafts- Potentials“ für ihre medienwirksamen und publizistischen Eigeninteressen zu ge– und oft auch zu missbrauchen. Mit dem von Kornhuber/Deecke bereits 1965 entdeckten Bereitschafts-Potential ist nachweisbar, dass alle unsere Handlungen schon vor deren Durchführung mess-und somit erkennbar sind. Es ist aber gemäß Kornhuber und Deecke ebenso klar erkennbar , daß wir Menschen in unserem Leben entscheiden können, ob wir nun etwas tun – oder NICHT! Mit unserem freien Willen und nicht „ unterbewußt fremdgesteuert “ als „willenlose Opfer“! Daß für uns Freiheit und Wahrheit somit nicht nur als leere Begriffe sondern in Zusammenhang mit unserer Willensfreiheit gesehen werden müssen. Als Fähig- keit von uns Menschen, zwischen Wahrheit , Lüge und Irrtum unterscheiden und entscheiden zu können. Und vor allem: es gibt da keinen „lieben Gott“ , dem wir alle unsere schädlichen Unterlassungen und existenzgefährdenden Taten „in die Schuhe schieben können!“ Auch wenn viele von uns dies gerne täten! Das neue Buch von Viktor W. Ziegler (Verlag Carl Ueberreuter) „Mit NICHTS zum Erfolg“ zeigt auf, wie und warum das so ist! Denn:„Das Gute, dieser Satz steht fest, ist stets das Böse, das man läßt...“ sagte schon Wilhelm Busch und dokumentierte auf seine eher lustige Art und Weise, daß Gut und Böse, Glück und Un-Glück, Erfolg oder Miß -Erfolg ganz eng mit der Tatsache verbunden sind, daß man weiß, wann man ETWAS machen soll und wann NICHTS! Kreatives, positives Nicht(s)-tun ist schwieriger als impulsives Handeln, reagieren, aktiv sein, gemäß unserer Erziehung. Die Kraft aus der Stille, dem Nichts, zu sammeln, um danach erfolgversprechendes Handeln zu setzen... ist das Ziel. Dieser Weg wird mit dem „TIPOTA-Prinzip“ aufgezeigt... sowie die unzähligen Formen, in denen das „Nichts“ in unserem Leben auftritt. Positiv wie auch negativ. Auch in Form von Müßiggang und Faulheit, Dummheit... zum Schaden und Nachteil unserer Mitmenschen und unserer Umwelt! Was bewußtes Nicht(s)-tun ermöglicht, und wie man das schädliche, negative Nicht(s)-tun, „faul sein in allen Formen“, vermeiden kann, wird anhand von Beispielen aus dem Alltag, aber auch aus der Geschichte, dokumentiert und in den „6 goldenen Regeln" des TIPOTA Prinzips zusammengefaßt. Damit in Zukunft die enttäuschte Erkenntnis: „Ach hätte ich das doch nicht gesagt, getan, gedacht...“ unser Leben, unsere Gesundheit, unsere Umwelt und damit unsere Zukunft, nicht negativ beeinflußt. Da sie darin NICHTS verloren hat! Und vielleicht auch als Beitrag, uns des immensen Schadens bewusst zu werden, den wir durch unsere – nicht nur - geistige Faulheit anrichten und damit unser aller Existenz gefährden! „Mit NICHTS zum Erfolg“, Verlag Ueberreuter, ISBN 978-3-8000-7360 Weitere Information: www.ueberreuter.at www.vicart.at Wer Anmerkungen dazu hat. Hier stelle ich das Buch zur diskussion: http://einfach-leben.freeky.at/read.php?17,10744,10744#msg-10744 ----------------------------------------------------------------------- * Projekt 2009: RETOs Blog-Karneval zum Thema "handwerkliche Fähigkeiten" Nicht nur der Knauserer zerbricht sich den Kopf über einfach Leben, Sparsamkeit oder Handwerk. Die gleiche Idee wie wir beim Projekt 2009 hatte Reto in seinem Blog http://nachhaltigbeobachtet.ch und hat Ende 2007 zu einem Blog-Karneval "praktisches Wissen" aufgerufen: http://nachhaltigbeobachtet.ch/blog/archive/2007/09/28/praktisches-wissen-wer-weiss-was.html und dort ebenfalls praktisches Wissen und Gedanken dazu gesammelt. Der Blog-Karneval hat einiges an Wissen angesammelt, vor allem auch den Blog-Betreiber dazu veranlaßt, sich generelle Überlegungen zum Thema "praktisches Wissen" zu machen, um das Dilemma rund um das praktische Wissen besser zu verstehen und die manuelle Tätigkeiten zu forcieren: Praktisches Wissen, so Reto, * ist das Wissen, wie man Dinge tut. Tönt blöd, aber man kann selbst einfache Tätigkeiten wie Wischen mit dem Besen kraft- und material- verschleissend tun und sich ein Bein brechen dabei. Oder eben effi- zient, mit einem Lächeln auf dem Gesicht und so, dass man den Besen auch ein zweites Mal benutzen kann. * vermindert in angewandter Form unseren Konsum, weil wir damit fähig sind, Dinge selber herzustellen. * trägt zu unserer Unabhängigkeit und Selbstversorgung bei, weil wir nicht darauf angewiesen sind, dass jemand anderes dieses Wissen besitzt und es für uns anwendet. Genau die letzten beiden Punkte machen eine Sammlung von praktischen Fähigkeiten für uns Knauserer so interessant. In seinen weitern Ausführungen zum praktischen Wissen beschreibt er sehr analytisch, wie praktisches Wissen vor unsere Augen ganz unbe- merkt verloren geht und in Billiglohnländer ausgelagert wird. http://nachhaltigbeobachtet.ch/blog/archive/2007/09/24/praktisches-wissen-wie-es-verloren-geht.html So werden werden manuelle Tätigkeiten in unserer Berufswelt marginalisiert und haben sich in die Freizeit verlagert. Dies wiederum bedeutet, dass wir selber Motivation und Freude daran finden müssen, weil es nicht mehr für unseren Lebensunterhalt notwendig ist. Beim oben erwähnten Blog-Karneval sind einige konkrete Anleitungen einge- gangen: - ressourcenschonender Möbelbau (Schnellstbau mit Steckbausteinen) - Spiegel schleifen - Selbstversorgung - Ofensetzen - Samengewinnung Der ganze Karneval ist eine Fundgrube anregender Ideen: Ich habe mich mal durch die Beiträge gelesen und beim Dissidenten einen ganz schönen "Wortfetzen" gefunden, den ich fast schon als programmatisch für die Wiederentdeckung alter aber auch neuer Künste anführen möchte "Überwinde die Faulheit, sei tätig, probiere, tüftle, experimentiere, scheitere mit Erfolg." Mein Gott wie schön - scheitere mit Erfolg! ----------------------------------------------------------------------- * KOHL/KRAUT - neu entdeckt Über Kraut/Kohl habe ich ja schon öfter was geschrieben, weil ich glaube, dass dieses Gemüse etwas unterschätzt wird. Meist wird es zu sehr tradi- tionellen Gerichten verkocht und irgendwie umweht das Kraut ein Hauch von "alter Zopf". Auch die wirklich hervorragende Gartenzeitung "Grünes Tirol" (Versand innerhalb Österreichs, sonst auf Anfrage) hat in der Ausgabe 1/2009 sich dem Kraut verschrieben und dabei neue spannende Sorten vorgestellt, die bei uns einfach zu kultivieren, anspruchslos und eine Bereicherung für den Garten darstellen. Wir kennen und kultivieren in unseren Breiten Weiß- und Rotkraut, Karfiol, Kohlrabi, Brokkoli oder Kohlsprossen. Wer kennt aber im süddt. Raum den GRÜNKOHL Es handelt sich dabei um einen losen Blattkohl, der sich in Norddeutschland ungemeiner Beliebtheit erfreut. Ab Mitte Juni kann er direkt gesät werden Die jungen Blätter werden im Herbst geerntet, der erste leichte Frost macht de Grünkohl besonders schmackhaft. Für Höhenlagen scheint er äußerst geeignet, da er bis -15 Grad frostfest ist und somit ein tip-top Winter- gemüse ist. Grünkohl gibt es auch in rot. Durch die gekrausten Blätter sehen beide Sorten sehr dekorativ aus. EWIGER KOHL ebenfalls ein loser Blattkohl, der sich für den Hausgarten als besonders geeignet erwiesen hat. Dieser wächst buschförmig und mehrjährig. Ist frostfest, kann durch Stecklingsvermehrung vermehrt werden und muss nicht wie andere Kohlsorten als gesamte Pflanze geerntet werden, sondern man bricht beim ewigen KOhl nur immer die jungen Triebe ab und verwertet sie wie Weißkraut. Klingt doch wie eine Empfehlung! ZIERKOHLE möchte ich nur kurz erwähnen. Obwohl man die inneren Blätter als Salat verwenden kann, kultiviert man Zierkohl nicht als Lebensmittel. BUTTERKOHL Offenbar das Leibkraut der Holländer. Anscheinend sehr wohlschmeckend, mit zartem, lockeren Kopf. (Sorte zB Kloemendaal Geele) TRONCHUDAKOHL Krautart aus Portugal (Beira F1) mit breiten Blattrippen, den man wie Spargel verarbeiten kann. Also Spargel ohne dessen Nachteile in der Gartenanpflanzung. Weiteren Pepp kann man in den Garten bringen mit: Buntem (violettem oder orangem) Karfiol/Blumenkohl, romanesco-Karfiol, rotem Spitzkraut oder violetten Kohlsprossen In die Krautecke gehören auch die Speiserüben von denen vor allem die Mairübchen (optimale Vorkultur) und die rapa brassica, die bei uns den wundervollen Namen Bettsoacherruam trägt, und milchsauer zu Rübenkraut eingelegt werden kann. Link dazu (inkl. anderer tiroler Lokalsorten, geschrieben von der hervor- ragenden und engagierten Dr. Brigitte Vogl-Lukasser) http://www.nas.boku.ac.at/fileadmin/_/H93/H933/Personen/Vogl/PDF_Gene-Save_VOGL-LUKASSER_Landsorten_Tirol_29032007.pdf Wenn wir jetzt über den europäischen Tellerrand hinausblicken, können wir uns aus Asien noch hervorragendes Krautgemüse in den Garten holen: PAK CHOI TATSOI MIZUNA sind raschwüchsig. Ihre Aufzucht ist sogar im Fensterkistchen möglich. Vielleicht eine Idee für alle heldenhaften Balkongärtner!! Anbau ist ab Sommer, denn als Frühlingskultur ist die Schossneigung zu groß und erntet die Triebe laufend bis Wintereinbruch. Das Grüne Tirol berichtet sogar, dass die Asiasalate sogar im ungeheizten Folientunnel den ganzen Winter erfolgreich angebaut werden konnten und im Babystadium (bis 8cm Blattlänge) geerntet werden konnten. Alle Krautsorten lieben schweren Untergrund und gute Wasserversorgung. Sie sind Starkzehrer. Vielleicht war ja auch eine Inspiration für euch dabei. Sollte jemand Grünkohl-Saatgut oder Stecklinge vom Ewigen Kohl haben, wäre ich sehr interessiert. (vielleicht Tausch!) Diskussionen und Anmerkungen hier: http://einfach-leben.freeky.at/read.php?4,10747,10747#msg-10747 ----------------------------------------------------------------------- * Der Stromausfall von mehreren Tagen (keine Panik - sagt Fritz F.) Auch der heurige Winter hat uns wieder gezeigt, dass diese Annahme nicht zu weit hergeholt ist. Für mich/uns passiert dann folgendes: Ruhe kehrt ein während „draußen“ sich Unruhe, wenn nicht sogar Chaos breit macht. Ich nehme die Stirnlampe, gehe in den Keller und hole mir zwei leere Kanister und fülle diese mit frischem Wasser (solange noch Wasser fließt) um meinen vorhandenen Wasservorrat zu vergrößern. Dann stelle ich Teelichter in Gläser und verteile diese in der Wohnung. Zwischendurch horche ich im Stiegenhaus ob jemand Hilfe braucht. Aus dem Gefrierfach (diese Waren sollten zuerst verbraucht werden) wähle ich meine/unsere nächste Mahlzeit damit der Auftauprozess beginnen kann, damit später die Zubereitung am Campingkocher nicht zu lange dauert, bw. Wenig Gas verbraucht. Menschen die mir nahe stehen (und einen Festnetzanschluß haben) werde ich anrufen und mich nach ihren Befinden erkundigen. Das Festnetz verfügt ja (so bin ich jedenfalls informiert) über eine eigene Stromversorgung und sollte daher auch funktionieren. Die Handy Netze werden ja wahrscheinlich überfordert sein. Weil meine Vorratskammer, (ein Kastenteil mit ca. 50 cm Breite) sinnvoll gefüllt ist brauche ich weiters nichts zu machen und setze mich, (bei Dunkel- heit die Stirnlampe am Kopf), in einen bequemen Stuhl und lese. Daneben steht mein batteriebetriebenes Radio und informiere mich was draußen so vor sich geht. Vielleicht verwende ich auch von Beginn an mein Kurbelradio um Batterien zu sparen. Vielleicht kommt auch wer von unseren Lieben oder Nachbarn und borgen sich ein paar Liter Wasser (das ich im Keller das ganze Jahr vorrätig halte) weil sie doch nicht mit Mineralwasser das Geschirr waschen, oder mit Frucht- saftgetränken die WC-Spüle füllen wollen. Zwischendurch versuche ich uns nahe stehende Menschen am Handy zu erreichen. Und wenn der Akku meines Handys leer ist werde ich – Zeit habe ich ja genug – mit meinem „Kurbelgerät“ den Akku wieder aufladen. In dieser stromlosen Zeit wird für mich nur das Problem sein, welches Menü ich mir aus den Vorräten zusammenstelle. Und wenn es wieder Strom gibt, die Geschäfte wieder geöffnet haben und deren Lager aufgefüllt sind, ergänze ich sofort wieder die verbrauchten Lebensmittel, Teelichter, Batterien usw. – denn es könnte ja sein dass ich/wir aus irgendeinen Grund ein paar Tage die Wohnung nicht verlassen können - oder der Strom ausfällt. Und wie würde es bei euch ausschauen, wenn der Strom ausfällt. Diskutiert mit: http://einfach-leben.freeky.at/read.php?22,10745 Von Fritz werden wir in den nächsten Knauserer-Ausgaben mehr hören, denn der umtriebige Knauserer aus Wien weiß sehr viel. Und viel Wissen wirft auch Fragen auf. Lest mehr in Knauserer 04/2009 - Fritz fragt .... ----------------------------------------------------------------------- * Mit kleinen Tipps viel Sparen: INTERNETTIPP aus dem FORUM: http://frauliebe.typepad.com/frauliebe/anleitungen/ Hier findet ihr hübsche kleine Ideen zum Selbermachen wie Blütenbroschen aus Filz, Badewannenpralinen, Vanillezucker selber gemacht, Fliederbeerensaft mit netten Anhängern aus Kordel und Packpapier, Polster mit aufgesticktem Kindermotiv, Aufkleber zum selbermachen, Plastik verschmelzen, sodass es ein Stoff wird.... und so fort und so fort ... für Bastler ein Link zum Abtauchen. FRAGE IN DIE RUNDE: WAS IST EIN EINKOCHBALL? Die nimmermüde Angelika (wieder ein dickes Bussi von dieser Seite) hat mich wieder mal aus der Reserve gelockt und mir einen Forumslink auf ein neues Produkt gesandt: Es geht um einen Einkochball der Firma Wendi, der anscheinend haltbar macht durch Konservieren. Hier ist der Link zum Nachlesen: http://www.autarkes-leben.de/forum/mix_entry.php?id=33047#p33053 Hat denn jemand von euch Erfahrungen? Kann so was klappen? HUMMER VS. PRIUS (ein Link von Inez zum zweifelhaften Vergleich): zum Vergleich Prius und Hummer möchte ich auf den folgenden Link verweisen, um die Nachhhaltigkeit des Prius zu unterstreichen: > http://www.toyota.co.jp/en/environment/sustainable_plant/index.html Gern lese ich ähnliches zur umweltfreundlichen Herstellung des Hummer mit entsprechendem 10fachen Benzinverbrauch! ----------------------------------------------------------------------- Reaktionen auf Knauserer 02/2009 Zu Schmidbauer: von Inge (die unsere Knausrigkeit überschätzt) > ich lese die artikel alle immer sehr interessiert durch, und manchmal > finden > sich auch brauchbare leicht umsetzbare ideen. > zu den ausführungen von "schmidbauer" und anderen fehlt mir allerdings > der glaube, > dass es irgendwann gelingen könnte, die mehrheit der menschen "umzupolen" > bzw. von euren ideen zu überzeugen. > wie man weiß, ist die masse der leute träge, jeder ist bequem, und > bequem ist nun mal die heutige konsumorientierte verhaltensweise. > auf vieles -bzw. den heutigen lebensstandard- zu verzichten ist ebenso > unbequem wie vieles selbst herzustellen oder altes (an dem man sich > schon satt gesehen hat), neu zu verwerten. > in eingeschränkter form kann man schon verhaltensweisen von euch > annehmen, aber insgesamt lebt ihr wohl doch auf einer insel der idealisten. > > ich versuche z.b. sehr überlegt umzugehen mit wasser, strom, gas, usw., > und auch meine kinder diesbezüglich zur sparsamen verwendung zu motivieren. > auch bei gewand und schuhen sind wir knauserig, und dem modediktat inkl. > schminken, friseurbesuche usw. entziehen wir uns fast gänzlich. > wir vermeiden auch unnötige fahrten oder flüge, urlaub daheim kann sehr > gemütlich und preiswert sein, und ist absolut sicher (kein tsunami, kein > terror, etc.) > beim lebensmittelkauf will ich mir jedoch keinen "keuschheitsgürtel" > anlegen, sondern nach lust und laune genießen. > auch die elektrischen/elektronischen helferlein mag ich keinesfalls missen > (mikro, geschirrspüler, tv, pc, handy usw.) > > was also kann ich im rahmen meiner möglichkeiten und gewohnheiten noch > optimieren, ohne mein lebenswertgefühl zu beschneiden? > das muss jeder individuell abwägen. > ich glaube, dass ich auch vernünftig denke, obwohl ich nicht so extrem > bin wie ihr. (Anm. d. Red.: ich glaube das ist die Knausereridee ganz knallhart auf den Punkt gebracht - gut und vernünftig leben, ohne extrem zu werden) Zu Schmidbauer: von Thomas ich bin begeistert vom Knauserer-Newsletter. Ich fühle mir oft sehr aus der Seele gesprochen ;-) Ich weiss nicht, wie sehr Schmidbauer darauf eingegangen ist, mir fehlte in der Zusammenfassung im 2. Teil noch folgendes, was man den Menschen zur Nicht-Wegwerfgesellschaft noch deutlicher mitteilen muss: Wenn wir nur noch hochwertige Produkte herstellen, ist dafür auch viel mehr Handarbeit nötig und damit werden wir (nach der "Periode fehlender Vollbeschäftigung") wieder viele Arbeitskräfte brauchen, die dazu noch viel sinnvollere Arbeit verrichten dürfen als heute. Immerhin schreibt er ja, dass der Dienstleistungssektor stark ausgebaut werden würde. Die Botschaft sollte also auch lauten: Auch wenn nicht mehr unendlich viel Schrott produziert wird, gibt es dennoch für jeden genug zu tun! Die Menschen haben heute vermutlich mehr denn je Angst davor, ihre Arbeit zu verlieren, wenn die Schrottproduktion nicht jährlich weiter möglichst 2-stellig wächst. Jetzt kann man wieder vom Hundertsten ins Tausendste kommen: Billige Handarbeit gibts natürlich ohne Ende in fernen Ländern, aber horrende Transportkosten und Internalisierung externer Effekte bei der Produktion sind sicher eine Lösung. Die bessere(?) ist aber, das Bewusstsein für die Qualität heimischer lokaler Produkte. (vielleicht ist das sogar der beste Ansatz, den Umbruch zu beginnen :-) Kleine Geschichte zum letzten Satz: Eine Bekannte aus einem Biogemüseproduktionsbetrieb erzählte mir neulich ganz stolz, dass ihre Produkte (aus Norddeutschland) jetzt sogar (einmal längst durchs ganze Land) bis nach Bayern verkauft werden. Da hört für mich die Qualität ihrer Produkte aber schnell wieder auf. In Bayern wird doch sicher auch all das Gemüse angebaut (und in den Norden transportiert :-( So'n Quatsch! ----------------------------------------------------------------------- Für den Knauserer 04/2009 sind folgende Themen geplant. Ich werde diese Themen im Diskussionsforum auch zur Diskussion stellen. E-Mails mit euren Tipps und Meinungen sind aber auch herzlich willkommen. * Ein Interview mit einer sehr interessanten Person * Christels Welt: Konsumverzicht, wie es Christel sieht * Projekt 2009: Stricken darf nicht sterben * Katrins Gartentipps ... * Die Müllstrategie - Einsteigertipps für Neo-Knauserer * Mit kleinen Tipps viel sparen Forum: http://www.derknauserer.at E-Mail: mailto: info@derknauserer.at ----------------------------------------------------------------------- Impressum: Der Knauserer ist ein kostenloses E-Zine, das ca. 12mal jaehrlich erscheint. Herausgeber: Michaela Brötz, info@derknauserer.at - www.derknauserer.at